Schulleitungsverband-Sachsen

Positionen
Positionen zur Weiterentwicklung der Mittelschule PDF Drucken E-Mail
  
Dienstag, den 01. Februar 2011 um 10:52 Uhr

Mittelschule

  • Die Möglichkeit, dass die Schulen bezüglich der Bildungsgänge lediglich die KMK-Mindestforderungen erfüllen müssen, begrüßen wir.
  • Wir geben zu bedenken, dass die „neue“ Mittelschule /Oberschule in vielen Bereichen (wie Öffentlichkeitsdarstellung, Ressourcenzuweisung, Lehrerausbildung…) gegenüber dem Gymnasium wieder eine deutliche Stärkung erfahren sollte. Nur dann kann es
    gelingen, den Fachkräftenachwuchs gut zu entwickeln und die Übergangsquote zum beruflichen Gymnasium zu steigern.
  • Die 2. Fremdsprache sollte als fakultatives Angebot an allen Mittelschulen möglich werden.
  • Der Namenswechsel zur „Oberschule“ könnte auch unterbleiben, die inhaltliche Weiterentwicklung muss dagegen kommen.
  • Aus unserer langjährigen Praxiserfahrung leiten wir folgende Vorschläge ab:
  1. An der Mittelschule sollte wieder mehr Unterricht im Klassenverband stattfinden, Differenzierung sind auch über andere Wege möglich (Binnendifferenzierung, Formen selbstorganisierten Lernens, Teamteaching…). Für die Schüler ist es wichtig, in stabilen Lerngruppen ihre Persönlichkeit (fachliche, soziale, methodische, persönliche Kompetenzen) entwickeln zu können.
  2. In diesem Zusammenhang plädieren wir für eine Rücknahme der Wahlangebote in Klasse 10 (MU/KU, GEO/GE).
  3. Das Stundenvolumen sollte auch mit den neuen schulischen Lösungen für Leistungsgruppen /Neigungskurse/Förderunterricht nicht weiter ansteigen. Die Neigungskurse könnten aufgehen in Förderangeboten, zeitlich befristeten Projekten, Leistungsdifferenzierungen…)
  4. Nach der Klasse 9 im HS-Bildungsgang muss bei Erwerb des qualifizierenden HS-Abschlusses der Zugang zur Klasse 10 direkt und „indirekt“(mit freiwilliger Wiederholung) möglich sein.
  5. Für einen neuen qualifizierenden Realschulabschluss sehen wir ein bundesweites Anerkennungsproblem.
  6. Die bisherige Regelung des Organisationserlasses bezüglich der HS-/RS –Gruppen bzw. –Klassen sollte überdacht werden. Um eine für alle Schulen gerechtere Lösung zu erreichen, schlagen wir vor, die Grundbereichszuweisungen an die Schulen neu zu regeln: pro Schüler könnten zum Beispiel 2 Stunden angesetzt werden, Sonderzuweisungen für Integrationen, Migration und Schulen mit besonderen Projekten (z.B. Soziale Brennpunktschulen) müssten diese Zuweisung ergänzen. Damit würde das jetzt relativ komplizierte Verfahren vereinfacht und gleichzeitig die Eigenverantwortung der Schulen wirklich gestärkt. (Basis – bestätigtes Schulprogramm).Sie könnten je nach Bedürfnis schulische Angebote vernetzen, wie beispielsweise Teamstunden, Förderunterricht, Differenzierungen. …damit wären auch Ganztagsangebote kombinierbar.
  7. Wesentlich bei allen Veränderungen ist uns, dass die Schulen ein wirklich verlässliches Angebot aufrecht erhalten können, dass Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass Schulqualitätsentwicklung „belohnt“ wird.
Aktualisiert ( Dienstag, den 01. Februar 2011 um 11:06 Uhr )